Angriffsweg

Skills als Einfallstor

Der gefährlichste Memory-Poisoning-Vektor ist kein versteckter Text in einer Webseite - es ist ein Skill, den Sie selbst installieren. Marketplaces wie ClawHub machen aus fremdem Code eine Lieferkette direkt in Ihr Agent-Memory.

Lesezeit ~7 Min · Angriffsweg

Ein Skill ist gespeicherte Anweisung - mit Privilegien

Ein OpenClaw-Skill ist eine SKILL.md-Datei: Markdown-Anweisungen, die dem Agenten beibringen, wann und wie er Werkzeuge benutzt. Das klingt harmlos - ist aber genau der Punkt: Ein Skill ist nicht „nur ein Tool“, sondern eine dauerhaft gespeicherte Instruktion mit den Rechten Ihres Agenten. Wer den Skill kontrolliert, kontrolliert ein Stück des Verhaltens - bei jeder Session aufs Neue.

ClawHub: das massive Einfallstor

OpenClaws Skill-Registry ClawHub hostet über 13.700 Community-Skills. Installiert ist einer mit einem einzigen Befehl (openclaw skills install <slug>) und landet in ~/.openclaw/skills. Mit --global gilt er sofort für alle lokalen Agenten. Das ist bequem wie ein App-Store - und genauso eine Lieferkette: Sie ziehen fremde Anweisungen direkt in die Schaltzentrale Ihres Agenten.

Ein Befehl genügt - und fremde Anweisungen leben dauerhaft, mit den Rechten Ihres Agenten, in ~/.openclaw/skills.

„Verifiziert“ heißt nicht „sicher“

ClawHub prüft Installs gegen Herkunft und Version (.clawhub/origin.json), und ein Scanner schlägt bei gefährlichem Code an. Aber: Verifikation beweist, woher ein Skill kommt - nicht, was er vorhat. Der Scanner ist heuristisch und warnt nur bei „verdächtig“. Die OpenClaw-Doku sagt es selbst: „treat third-party skills as untrusted code.“ Ein tadellos verifizierter Skill kann trotzdem eine Prompt-Injection-Nutzlast tragen.

  • Bypass: Git- und lokale Installs umgehen die Registry-Prüfung ganz.
  • Reichweite: --global betrifft alle Agenten; ein Workspace-Skill übersteuert verwaltete.
  • Sleeper: heute harmlos installiert - per späterem Update bösartig. Skills aktualisieren nicht automatisch, aber ein manuelles Update zieht die neue, vergiftete Version.

Der Ablauf

Vom Marketplace bis zum Schaden - und wo PoisonZero die Kette durchtrennt:

1 · Marketplace

Skill aus der Registry

ClawHub · 13.729 Skills. „Verifiziert“ prüft die Herkunft - nicht die Absicht.

2 · Install

Ein Befehl, volle Rechte

openclaw skills install <slug>
~/.openclaw/skills

3 · Aktiv

Skill = gespeicherte Anweisung

Schreibt beim Session-Start ins Memory oder schaltet den Schutz ab.

PoisonZero

Der Daemon bewertet jeden Write in die geschützten Pfade.

gefährlich → revert
✕ Verhindert

Memory vergiftet → Schaden

↳ „Quelle X ist vertrauenswürdig“
↳ Agent handelt mit OS-Rechten (Gmail · Stripe · Files)
↳ Exfiltration / Sabotage beim nächsten Heartbeat
Ohne Schutz läuft die Kette bis zum Schaden - bei OpenClaw mit vollen OS-Rechten. Mit PoisonZero endet sie am Memory-Write: bewertet, zurückgerollt, protokolliert.

Warum OpenClaw besonders brisant ist - anders als Claude

OpenClaw ist kein Chat-Fenster, sondern ein autonomer Agent: Er läuft im Hintergrund, arbeitet im Heartbeat seine Aufgaben ab und hat vollen Zugriff auf das Betriebssystem - Filesystem, Gmail, Stripe, angebundene Messenger. Ein vergifteter Skill führt hier nicht nur zu einer falschen Antwort; er lässt den Agenten handeln - selbstständig, mit Ihren Rechten.

Bei Claude irrt ein Agent. Bei OpenClaw handelt er - autonom, mit Ihren OS-Rechten. Genau deshalb ist ein lokaler Wächter auf dem Dateisystem hier nicht optional.

Claude ist stärker eingehegt (Berechtigungen, Nachfragen, engere Sandbox). OpenClaws Offenheit ist sein Reiz - und sein Risiko: Der Blast-Radius eines einzigen vergifteten Skills ist um Größenordnungen höher.

So schützt PoisonZero Sie hier

PoisonZero setzt genau dort an, wo der Schaden entsteht: am Schreibzugriff auf die Skill- und Memory-Verzeichnisse. Der Daemon überwacht ~/.openclaw/skills, ~/.agents/skills, ~/.claude & Co. lokal und prüft jede Änderung, bevor sie wirksam wird - eine harmlose Änderung passiert, eine gefährliche wird zurückgerollt, eine unklare kommt zu Ihnen zur Entscheidung.

  • Jeder Write wird bewertet - nicht nur der erste Prompt, und nicht vertraut, weil der Skill „verifiziert“ ist.
  • Gefährliche Writes werden zurückgerollt (fail-closed): im Zweifel blockieren, nicht durchwinken.
  • Meta-Attack-aware: Skills, die den Schutz selbst abschalten wollen, sind immer verdächtig.
  • OpenClaw out of the box: Der Daemon erkennt die OpenClaw-Pfade automatisch, das Panel bietet eine Ein-Klick-Vorlage „OpenClaw schützen“.
  • Voller Audit-Trail: jede Entscheidung nachvollziehbar und reversibel.

Das Ergebnis: Selbst ein „verifizierter“ Skill, der heimlich eine vergiftete Erinnerung schreiben will, wird abgefangen - bevor Ihr Agent danach handelt. Mehr zum Prinzip dahinter: Memory Poisoning und Prompt Injection.

Verifikation beweist, woher ein Skill kommt, nicht, was er vorhat. PoisonZero bewacht den Moment, in dem der Skill ins Memory schreibt, und bleibt im Zweifel fail-closed - damit ein einziger Befehl Ihrem Agenten nicht still eine vergiftete Anweisung unterschieben kann.
War das hilfreich?

Schützen Sie die Skills Ihrer Agenten.

PoisonZero überwacht ~/.openclaw/skills & Co. und rollt vergiftete Einträge fail-closed zurück.

Sign me up